Künftige Entwicklung der Friedhöfe in Durmersheim

Künftige Entwicklung der Friedhöfe in Durmersheim
Foto von Waldemar Brandt auf Unsplash

Künftige Entwicklung der Friedhöfe in Durmersheim

Zum TOP 4 der Gemeinderatsitzung am 8.7.26

Die Vorlage zeigt deutlich: Wir stehen beim Thema Friedhöfe vor einer grundlegenden Weichenstellung. Die Zahlen und Entwicklungen machen klar: Wir können nicht einfach so weitermachen wie bisher.

Als Grüne setzen wir uns deshalb für ein umfassendes Gesamtkonzept ein. Ein Konzept, das unsere Friedhöfe nicht isoliert betrachtet, sondern sie in die Gesamtentwicklung unserer Gemeinde einbettet.

1. Warum wir ein Gesamtkonzept brauchen

1.1. Kosten reduzieren und den Haushalt entlasten.
Unsere Friedhöfe sind seit Jahren ein Zuschussbereich.
Wir haben drei Friedhöfe für rund 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Wir sehen rückläufige Erdbestattungen, steigende Pflegekosten für brachliegende Flächen und eine Gebührenstruktur, die trotz Anpassungen weiterhin nicht kostendeckend ist.
Einzelmaßnahmen reichen hier nicht aus. Wir brauchen eine strategische Gesamtplanung.
Sie muss klären: Welche Bestattungsformen werden künftig nachgefragt? Welche Flächen können reduziert oder umgewidmet werden? Und wie erreichen wir eine nachhaltige Kostenstruktur, ohne die Würde der Friedhöfe zu gefährden?
Unser Ziel ist klar: eine deutliche Entlastung des Haushalts – geordnet, rechtssicher und mit Blick auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger.

1.2. Friedhöfe als Teil von Naherholung und Klimaanpassung.
Friedhöfe sind wertvolle Grünräume.
Sie bieten Schatten und Kühle in Hitzeperioden. Sie sind Rückzugsorte. Und sie tragen zur Lebensqualität in unserer Gemeinde bei.
Deshalb unterstützen wir ausdrücklich die Idee, den Neuen Friedhof perspektivisch zu einem Friedpark weiterzuentwickeln.
Nicht als Prestigeprojekt, sondern als naturnahen, pflegearmen Grünraum. Als ökologische Aufwertung. Und als Teil einer Grünachse zwischen Oberwald und Siedlungsbereichen.
Das ist eine Chance, die wir nutzen sollten.

1.3. Ein zukunftsfähiges Bestattungskonzept mit verlässlichen Übergängen.
Wir teilen die Einschätzung, dass bestehende Grabrechte und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger geschützt werden müssen.
Aber Zukunftsfähigkeit bedeutet auch: klare Übergangsfristen, den Ausbau gärtnerbetreuter Grabfelder, die Prüfung neuer Bestattungsformen, die Reduktion dauerhaft brachliegender Flächen und eine transparente Kommunikation.
Ein Gesamtkonzept schafft genau diese Verlässlichkeit.

2. Warum wir den Verkauf des alten Feuerwehrgerätehauses ablehnen

Das Rathausareal muss als Ganzes gedacht werden.
Wir lehnen den Verkauf des alten Feuerwehrgerätehauses ab. Denn ein Verkauf würde die Überplanung des gesamten Rathausareals erschweren – oder sogar torpedieren.
Wir stehen vor einer großen städtebaulichen Aufgabe: Die Rathaussanierung oder ein möglicher Rathausneubau ist eine Jahrhundertentscheidung für Durmersheim.
Das Feuerwehrgebäude liegt mitten in diesem Entwicklungsraum.
Ein Verkauf würde langfristige Optionen verbauen, die Flexibilität der Gesamtplanung einschränken und mögliche Synergien zwischen Rathaus, öffentlicher Infrastruktur und Begegnungsräumen verhindern.
Wir wollen keine kurzfristigen Einzelentscheidungen, die die Zukunftsplanung unserer Gemeinde blockieren.

3. Perspektive: Begegnungszentrum und Veranstaltungsstätte

Wir Grüne stehen der Idee positiv gegenüber, im Rahmen eines Rathausneubaus oder einer Arealentwicklung eine multikulturelle Begegnungsstätte zu schaffen: Ein Ort für Trauerfeiern. Ein Ort für Kultur. Ein Ort für Vereine. Und ein Ort für interkulturelle Begegnung.
Das stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und schafft Synergien mit der Rathausentwicklung.

Alternativ kann auch das Areal des alten katholischen Gemeindezentrums St. Dionys einbezogen werden. Die Kirche möchte das Areal verkaufen. Die Gespräche scheitern derzeit am Kaufpreis – aber die Perspektive bleibt interessant.

4. Friedpark – eine Idee, die wir weiterdenken sollten

Die Idee eines Friedparks ist aus unserer Sicht ein zukunftsorientierter Ansatz.

Er verbindet ökologische Aufwertung, Pflegeentlastung, Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung.
Genau deshalb sollten wir diese Idee nicht nur prüfen, sondern aktiv weiterentwickeln.

Und zwar eingebettet in das Gesamtkonzept.

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